Über die Region

Willkommen im Polochic Tal

Unser Arbeitsbereich in Guatemala, auch bekannt unter dem Namen “Valle del Polochic”, befindet sich im süd-östlichen Teil von Alta Verapaz, in einem Tal durch das der Polochic-Fluss fließt, ehe er flussabwärts in einer landschaftlich beeindruckenden Umgebung in den Lago Izabal mündet. Der Polochic selbst fließt in diesem Gebiet durch 5 Landkreise und zwar Tamahu, Tucuru, La Tinta und El Estor, welche einen Qeqchi-Ethnien-Anteil von 95 Prozent haben.

Polochic Cahabon

Polochic River and Cahabon

Das Tal liegt im subtropischen Klimabereich und ist reich an fruchtbarer Erde und Bodenschätzen. Reis, Rohrzucker, Gummibäume und Ölpalmen werden am häufigsten angebaut. In den höheren Regionen findet man einige der besten Kaffeeplantagen der Welt sowie Anbaugebiete für Kardamon. Trotz des natürlichen Reichtums gehört Alta Verapaz zu den unterentwickelsten Gegenden in Guatemala. Wenn man dem HDI von 2009 Glauben schenkt, kann man das Entwicklungslevel mit dem der afrikanischen Sub Sahara Gebiete vergleichen. Die Gegend zeichnet sich durch einen geringen Bildungsstandard, nur bedingten Zugang zu medizinischer Versorgung und eine hohe soziale Ungleichheit aus. Jedoch sind Verbesserungen in diesen Bereichen zu vernehmen.

Polochic Palm and Mountain

Polochic Palm and Mountain

Die Qeqchi

Die Qeqchi ist eine der größten ethnischen Gruppen in Guatemala, welche größtenteils im Norden des Landes vertreten ist, in den Departamentos von Alta Verapaz, Izabal und Petén. Die Zahl der Qeqchi wird auf 600 000 geschätzt. Diese Ethnie ist geschichtlich gesehen sehr friedfertig, da die Qeqchi-Stämme nicht gegen die Spanier kämpften. Weiteren Beschreibungen zufolge seien sie Traditionalisten, welche Religion, Kultur und Gewohnheiten mündlich von Generation zu Generation weitergeben. Die Qeqchi haben an sich kein eigenes Schriftbild und können daher weder lesen noch schreiben.

Geschichltiches

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p style=“text-align: justify;“>Bis in die 50er Jahre hinein war die Gegend, und speziell das Tal, nicht stark besiedelt. Grund dafür war das hohe Malaria-Risiko. Allerdings lassen sich etliche kleine künstliche Hügel ausmachen, welche auf Maya-Siedlungen schließen lassen. Die ersten Versuche das Tal ökonomisch nutzbar zu machen, unternahm die United Fruit Company (UFC). Dieser Versuch scheiterte jedoch an den natürlichen Gegebenheiten. Kurz darauf kauften private Grundbesitzer die Länder und begannen Plantagen zu pflanzen.
 Während des über 30-jährigen Bürgerkrieges wurde das Tal von linken Rebellen als Versteck genutzt. Das Massaker von Panzós ist vielen Einwohnern noch in Erinnerung geblieben. Nach dem Friedensabkommen Ende 1996 kam die Region endlich zur Ruhe. Derzeit durchlebt sie einen ökonomischen sowie sozialen Wandel.

Panzos Mountain View

Panzos Mountain View

Der Lebensstandard im Polochic Tal ist mit monatlichen Durchschnittseinkommen von Q1500 (ungefähr $200 oder €170) pro Arbeiter vergleichsweise niedrig. In manchen Dörfern gibt es Rohrsysteme für fließend Wasser, welche aber auch nicht ganzjährig funktionieren. Die Stromversorgung entlang der Hauptstraße hat sich mittlerweile weitestgehend stabilisiert und funktioniert nun auch während der Regenzeit. Viele Häuser wurden aus einem Mix aus Zement und Holz erbaut, teilweise ohne festen Untergrund. Allerdings darf in keinem Haushalt ein Radio oder Fernseher mit Satellitenanschluss fehlen.